Don Juan: Vollständiger Text
Don Juan: Vollständiger Text
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Don Juan, ein frustrierter Raubtier, aber auch ein Mann, der gegen die etablierte Ordnung und die Religion rebelliert.<div> Nachdem Ludwig XIV. 1665 unter dem Druck religiöser Eiferer Molières Truppe die Aufführung von „Tartuffe“ verboten hatte, beschloss er auf Anraten seiner Schauspieler, eilig ein Stück über ein damals populäres Thema zu schreiben: Don Juan. Dieses Thema des ewigen Verführers wurde seither unzählige Male neu aufgegriffen und interpretiert; selbst in Molières Stück kann er als frustrierter Verführer, aber auch als Mann gesehen werden, der gegen die bestehende Ordnung und die ihm – wie sein Name – überlieferte Religion rebelliert.</div><div><br></div><div> Molière geht über das Thema des unverbesserlichen Verführers hinaus. Don Juan, ewig unzufrieden, erscheint eher libertär als libertin. Obwohl er seine amourösen Eroberungen schildert, präsentiert er ihn nicht als triumphierenden Verführer, sondern als verwöhntes, rebellisches Kind, das sich mehr gegen die Religion der Menschen als gegen Gott selbst auflehnt – ein verzogener Bengel, der weder vor Schwert noch vor Kreuz zurückschreckt. In gewisser Weise nimmt er den Mann vorweg, der sich im Theater des 18. Jahrhunderts behaupten sollte.</div><div><br></div><div> In dieser Inszenierung folgen wir dem Wunsch des Autors, mit der strengen Regel der drei Einheiten des klassischen Theaters zu brechen. Die Figuren, in zeitlosen Kostümen, bewegen sich in jedem Akt in unterschiedlichen Bühnenbildern, die von kleinen, vieldeutigen Gestalten gebildet werden, welche den Furien ähneln und mit den Taten, Untaten und Handlungen Don Juans verbunden sind.</div><div><br></div>
